WELSUMER

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Einige Jahreszahlen zur Entstehung der Welsumer und zur Organisation des Sondervereins der Welsumer- und Zwerg-Welsumer-Züchter Deutschland

1910 - 1923

Die Heimat des Welsumerhuhnes ist Holland. In Welsum, einem kleinen Dorf an der Ijssel und dessen Nachbarorten Olst und Epe entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein lokaler Hühnerschlag von rostbrauner, rebhuhnähnlicher Farbe, der durch große dunkelbraune Eier auffiel. Nach mehreren Einkreuzungen von Kämpfern, Dorkings, Rhodeländern und rebhuhnfarbigen Italienern entwickelte sich das Welsumer-Huhn wie wir es heute kennen. Zuchtfreund Voorhorst aus Epe/Gelderland war der Erste, der sich intensiv mit der planmäßigen Zucht und Verbreitung der Rasse beschäftigte. 1916 wird die erste Züchtervereinigung in Holland gegründet. Schon 1919 wurde der holländische Standard des Welsumerhuhns aufgestellt und anerkannt. Auf der Weltgeflügelausstellung 1921 in Den Haag wurden die Welsumer und die für ungewöhnlich großen dicken dunkelbraunen Eier erstmalig präsentiert.

1923

Nun ist das Welsumerhuhn in Deutschland bekannt. Die ersten Bruteier erhielten die Zuchtfreunde Heintz aus Mülheim/Ruhr, Vikar Entrup aus Legden und Hennies aus Bordenau bei Hannover. Bereits 1924 wurden in Mülheim/Ruhr die ersten Welsumer und ihre Eier ausgestellt. Von diesem Tag an verbreitete sich der Ruf der Welsumer und ihrer außergewöhnlichen Eier in der Züchterwelt. Die Gründung eines Vereins war nur noch eine Frage der Zeit.

1927

Am 27.06.1927 war es soweit. Im westfälischen Dorsten fanden sich Zuchtfreunde zusammen, um die „Erste Deutsche Vereinigung der Züchter des Welsumer-Huhnes“ zu gründen. Zum Vorsitzenden wurde Vikar Theodor Entrup aus Legden - auch wegen seiner zahlreichen internationalen Auszeichnungen für Dahlienneuzüchtungen als Dahlienpastor bezeichnet –, gewählt. Schriftführer wurde J. Heintz aus Mühlheim/Ruhr; als Kassierer wurde Heinrich Jaspert aus Mühlheim/Ruhr-Heißen gewählt. Der Jahresbeitrag betrug damals 4 Reichsmark. Bereits nach kurzer Zeit hatte der Verein über 40 Mitglieder aufzuweisen. 

1929

1929 wurde das Welsumerhuhn vom Bund Deutscher Geflügelzüchter anerkannt und die Musterbeschreibung wurde in der Nr. 24 im Norddeutschen Geflügelhof vom 13.06.1929 veröffentlicht.

In Deventer wird die „Niederländische Vereinigung zur Verbesserung der Welsumerhühnerrasse“ gegründet.

1930

In diesem Jahr wurden auf der Sonderschau des „Ersten Deutschen Welsumerklubs“ in Mülheim/Ruhr 110 Welsumer ausgestellt, wobei ein Kenner der holländischen Nationalrassen als Preisrichter verpflichtet war. Unabhängig voneinander richteten er und ein deutscher Preisrichter die Tiere, wobei ein einheitlicher Bewertungsmaßstab festgestellt wurde.

1931

Zuchtfreund J. Heintz aus Mülheim/Ruhr verfaßte eine 53seitige Beschreibung „Das Welsumer Huhn“, die im Verlag Norddeutscher Geflügelhof, Oldenburg erschien. Als Preisrichter und Schriftführer in der „Ersten Deutschen Vereinigung der Züchter des Welsumer Huhnes“ hatte er sich umfangreiche Kenntnisse erworben, die er mit uns in diesem Büchlein teilt. Es enthält eine Kunstdruckbeilage in Farbe sowie 18 Aufnahmen von Stämmen, prämierten Ausstellungstieren und typischen Federn.

1947

Am 23.12.1947 erfolgte, „erneut in Westfalen“ die 1.Wiedergründung eines Sonderverein der Welsumer-Züchter. Erster Vorsitzender wurde Wilhelm Kloer, Münster. Ihm zur Seite standen Heinrich Niggemann, Hamm, (2. Vorsitzender), Wilhelm Grigoleit, Dortmund, (1.Schriftführer) und Zfr. Eickhoff, Herford, (Kassierer). Als Vorsitzende folgten bis heute, Ewald Belz, Erndtebrück, (1962-1964), Fritz Jagstaedt, Mühlheim/Ruhr, (1964-1972), Ernst Niemeyer, Versmold, (1972-1980), Heinz Schulte, Arnsberg-Müschede, (1980-1993) und Klaus Dieter Albrecht, Holzwickede, (1993-2008). Seit 2008 ist Ottfried Ferber, Lüdenscheid, der Vorsitzende des Bezirks.

1957

1957 erfolgte der Anschluss des von 1955 bis 1957 eigenständigen Bezirk Rheinland an den Bezirk Westfalen-Lippe. Der dadurch neu entstandene Bezirk heißt Rheinland-Westfalen-Lippe.

 

Kurze Entstehungsgeschichte der Zwerg-Welsumer

 

Allgemein Die Zwerghuhnzucht entstand vielfach durch ein Gebot der Stunde. Eingeschränkte Haltemöglichkeiten legten dem Tierfreund die Zwerghuhnzucht nahe. Die Verzwergung der Grossrassen, die sich bewährt haben, wurde schnell in Angriff genommen. Unter diesen Gesichtspunkten entstanden auch unsere Zwerg-Welsumer.

 

Geburt der Zwerg-Welsumer Mit der Verzwergung wurde bereits 1930 in Deutschland begonnen (Paul Wagner, Altenburg/Sachsen). Ausgangstiere waren eine Welsumer-Leistungshenne und ein rebhuhnfarbener Deutscher Zwerghuhn-Hahn. Die Hennen aus dieser „Verbindung“ (F1-Generation) wurden an einen Zwerg-Rhodeländer-Hahn gestellt. Mit den besten Tieren aus der F2-Generation wurde weitergezüchtet (1.Variante). In einem anderen Bericht war zu lesen, dass Zuchtfreund Wagner mit einem feurigen Zwerg-Rhodeländerhahn und einer rebhuhnfarbigen Zwerg-Wyandottenhenne die Verzwergung der Welsumer begann. Dieser F1-Generation wurde dann ein Deutscher Zwerg zugeführt und später auch noch das Blut der großen Welsumer (2.Variante). 1,1 dieses neuen Zwerg-Welsumer-Hühnchens war zum erstenmal auf der 1. Reichsschau 1934 in Leipzig zu sehen. Der Hahn wurde mit „gut“, die Henne mit „sehr gut“ bewertet. Die Kritik lautete: „erfolgversprechend“. Doch es lag noch ein schweres Stück Arbeit und ein dornenvoller Weg vor den Züchtern, diese Rasse zu vervollkommnen und zur Anerkennung zu bringen. Das Zuchtziel bestand nicht allein in der Vollendung von Form, Farbe und Zeichnung der Tiere. Typisch für die Welsumer, und somit auch für deren Zwerge, waren Größe und Farbe des Eies und eine ansprechende Legeleistung. Um diesem Ziel näher zukommen wurde ein einwandfreier Zwerghahn mit einer kleinen, äußerst feinen Henne der Großrasse, die durch ihre vorzügliche Legeleistung im ersten Jahr aufgefallen war, verpaart. Der Zuchtfreund Max Ansorge, Hamburg, der sich auch mit der Verzwergung beschäftigte, kreuzte in den Jahren 1936 bis 1938 Rhodeländer ein. 1937 war auch dieses Zuchtziel „große dunkelbraune Eier bei entsprechender Legeleistung“ erreicht. 1938 war die Rasse anerkennungsreif. Jedoch lehnte die damalige Reichsfachgruppe es generell ab, neue Rassen anzuerkennen. So musste erst ein Krieg, durch den blühende Zwerg-Welsumer-Zuchten vernichtet wurden, über unser Land hinweg ziehen. Doch Ende November 1947 war es soweit und die Zwerg-Welsumer wurden anlässlich der Landesverbandsschau in Kiel auf Antrag von Max Ansorge, Hamburg-Blankenese, anerkannt. Im Jahr 1957 wurde die Musterbeschreibung für verbindlich erklärt. Als Erzüchter der Zwerg-Welsumer wird neben den bereits erwähnten Max Ansorge und Paul Wagner noch Zuchtfreund Karl Meyer, Ratingen genannt.

Mit den orangefarbigen Zwerg-Welsumern kam ein zweiter Farbenschlag hinzu. Sie wurden von Albert Pesch, Mönchengladbach, als Folge einer Mutation erzüchtet. Er zeigte erstmalig 2,2 Exemplare 1964 in Wolfenbüttel. Die Anerkennung erfolgte im Jahr 1969.

Die silberfarbigen Zwerg-Welsumer wurden ab Anfang der 90ziger Jahre des vergangenen Jahrhundert durch die Zuchtfreunde Manfred Petzold und Wilfried Beyer herausgezüchtet und zur Anerkennung, die 1995 erfolgte, gebracht.

 

Die Zwerg-Welsumer – heute Die Rasse hat in den fast 60 Jahren seit der Anerkennung viele Freunde gewonnen. Die Zwerg-Welsumer erscheinen auf den Schauen zahlreicher und vollkommener als die Grossrasse. Hervor zu heben ist ihre gute Legeleistung. Unerreicht sollte ihre Eigröße und -farbe sein. Unsere Zwerg-Welsumer sind wirtschaftlicher als die leichten Schläge etlicher Grossrassen. Unter diesen Aspekten ist die ursprüngliche Zuchtabsicht in die Tat umgesetzt worden.

 

Die Zwerg-Welsumer – morgen Die Wirtschaftlichkeit sollte auch in Zukunft das primäre Zuchtziel der Zwerg-Welsumer sein. Alle Züchter mögen also in erster Linie auf die Eigröße und Eifarbe achten.